Gedankensplitter

Erfahre in dieser Blog-Rubrik Sinniges und weniger Sinnenhaftes, Tiefgründigeres,  Witziges, Erstaunliches – Geschichten, die das Leben schreibt.

Spinnennetz mit Tropfen

Spinnst du schon?

Ich spinne gerne. Nun, was assoziierst du mit dem Verb «spinnen»? Vermutlich kaum, was ich jetzt meine, denn es ist nicht immer so, wie etwas auf den ersten Blick erscheint...

Bestimmt hast du schon mal eine Spinne beobachtet, währenddem sie ihr Netz erstellt hat. Sie geht von einem Punkt aus und spinnt feine Fäden, die sie miteinander verbindet, bis sie ein schönes Gebilde geschaffen hat, das ihrem Zweck optimal dient. Das ist doch eine tolle Metapher, die auch wir nutzen können!

Also, lass uns doch ein wenig spinnen!

Wie oft verwerfen wir einen Gedanken, bevor wir ihn zu Ende gedacht haben oder ihm überhaupt eine Chance geben, sich weiter zu entwickeln? Die Idee des «Spinnens» lässt zu, dass man eben auch Spinnereien entwickelt! Die Kreativität findet hier sichtlich fruchtbaren Boden. Stell dir also beispielsweise vor, wie dein Job auch aussehen könnte. Unsere «krönende Kunstpause» hat bestimmt einiges an Ideen hervorgebracht. Wieso diese Gedanken nun nicht weiterspinnen? 

Wie wäre es, wenn du dir deine (Arbeits-)Zeit plötzlich selbständig und eigenverantwortlich einteilen könntest? Du gestaltest deinen Tag selbst und kannst dir Zeitfenster einrichten, die du für dich und alles, was dir wichtig ist, nutzen kannst? Egal, ob du morgens zuerst meditierst, dir die schöne Angewohnheit aufrecht erhältst, dich erst eine Stunde mit deinen Kindern zu beschäftigen oder joggen gehst – welche Auswirkungen das wohl auf deine Gesundheit und dein Wohlbefinden hätte? Wie wäre es, wenn Arbeitgeber plötzlich nur noch motivierte, gesunde und vor Energie sprühende Mitarbeitende auf ihrer Lohnliste hätten? Unvorstellbar? Wie weit ist diese Spinnerei von einer möglichen Umsetzung entfernt? Kann die Selbstverantwortung und das Selbstbewusstsein das in den letzten Wochen und Monaten im Homeoffice entstanden ist nun auch in eine neu zu schaffende Normalität umgesetzt werden? Wie wäre es, wenn wir nun in eine verantwortungsvolle «Freude-Kultur» übergehen? Wow, welche Motivation kommt da bei mir gleich auf! 

Und wie wäre es, wenn man «spinnen» in die Firmenkultur aufnimmt und so gemeinsam tolle, kreative «Spinnereien» zum Wohl aller entwickelt? Ich glaube, hier stecken ungeahnte Möglichkeiten, die entdeckt werden wollen. Ach ja, als Schulfach fände ich «spinnen» auch äusserst angebracht. Was sich da alles zusammenspinnen liesse – von aktuellen Problemlösungen (wie wäre es wenn...) bis zu Träumereien – fantastisch! Also: Lasst uns doch frisch fröhlich drauf los spinnen!

5. Juni 2020
Bild: pixabay

Zwei blökende Schafe

Von Menschen und Schafen

Was unterscheidet Menschen von Schafen? Aktuell scheint der Unterschied eher im Physischen zu liegen (ich mag übrigens Schafe). Das was uns letztendlich ausmacht wird zurzeit eher verpönt: denken und hinterfragen. Diese zwei Tätigkeiten gehören gerade eher zu den «speziellen, rareren Gaben»,  denn wie kann ich es mir sonst erklären, dass jetzt so viel Eigenartiges geschieht? Menschen werden Maulkörbe jeglicher Art verpasst, Bespitzelung oder Missgunst hüben und drüben...

Wie lange noch?

Wann geht uns der Hut hoch vor lauter Bevormundung und Wegsperren? Wann sind wir es müde, uns nach fremden Ideen und Vorstellungen zu richten, mögen sie sinnig oder unsinnig sein? Wann beginnen wir, wieder selbst zu denken, Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Selbstfürsorge zu leben? Wohin hat sich bloss der «gesunde Menschenverstand» verlaufen? Die Statistiken und die Verhältnismässigkeit sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache. Ich glaube, das Problem liegt darin, dass wir uns nicht mehr spüren!  Durch die  Angst vor einem unsichtbaren Feind tendieren wir eher dazu, wie panische Schafe hinter allem her zu rennen, was Rettung verspricht.

Wie wäre es denn, inne zu halten, tief durchzuatmen und sich zu überlegen, was einem jetzt gut tut?

Sollten wir unsere Energie nicht viel besser so einsetzen, dass sie uns allen auch etwas bringt? Wie wäre es, sich für seine Gesundheit einzusetzen, sich sehr bewusst für liebenswerte Worte und für zuvorkommendes Verhalten gegenüber sich selbst und anderen zu entscheiden?

Wir dürfen jetzt beginnen, uns für uns und unsere Bedürfnisse einzusetzen – sobald wir diese auch herausgefunden haben ;o). Finden wir also jetzt heraus, was wir – jede(r) einzelne für sich – braucht, um aus der aktuell eher negativen Energie (vor allem in der Öffentlichkeit) heraus zu kommen und sich für Leichtigkeit und Liebenswürdigkeit in Respekt und Achtsamkeit gegenüber sich selbst und anderen zu entscheiden. Wie war das doch gleich?

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit!


28. April 2020

Foto: pixabay

Hand und Katzenpfote

Wenn nicht jetzt, wann dann? 

Was unsere Wirtschaft und die Politiker in ihren langjährigen Debatten bis heute (noch) nicht geschafft haben, regelt ein mikroskopisch kleiner Virus. Plötzlich ist die Luft so rein, dass sogar Grossstädter in ganz Europa wieder atmen können und Inder den Himalaya in der Ferne entdecken.  Das Wasser vor Italiens Küste ist so klar, dass Delphine in venezianischen Häfen gesichtet wurden, dort, wo sie schon lange keinen Lebensraum mehr fanden und als vertrieben galten.


Die Welt erholt sich innert kürzester Zeit von unseren Umweltsünden. Das gibt zu denken. Offensichtlich bekommen wir jetzt die Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie wir weiterfahren wollen. Jede einzelne Person, jeder Unternehmer, Politiker oder Konzernverantwortliche hat nun weltweit (!) die Chance zu überprüfen, wie man "sein System" optimieren kann – für sich, andere  und die Umwelt.

Und plötzlich hat man Zeit...

Jetzt besteht die ausgezeichnete Gelegenheit, unsere (Zusammen-) Arbeitsmodelle zu überdenken. Netzwerke werden noch wichtiger. Damit spannende Ideen und Erkenntnisse aber auch zum Fliegen gebracht  werden können, braucht es eine weiterführende Zusammenarbeit. Dazu eignen sich Projektteams, die sich unabhängig von einer Firmenzugehörigkeit und über gewisse Zeitspannen formieren und später wieder auflösen (können). Projektverantwortliche definieren die benötigten Kompetenzen, die Teams organisieren sich selbst und los geht's. So werden entsprechende Kompetenzen, Ideenreichtum und Softskills Treiber von Projekten und nicht Status oder Hierarchien von mehr oder weniger fähigen Führungspersonen eines Unternehmens. Meines Erachtens liegt darin die Zukunft der Arbeit!

Reisen um jeden Preis?

Müssen immer gleich ganze Teams von A nach B reisen? Wäre eine lokale Projekt-Kooperation mit Partnerfirmen oder Gleichgesinnten eventuell sogar sinnvoller? Ist es wirklich nötig, für jede Besprechung irgendwohin zu fahren oder fliegen? Wären vielleicht gelegentliche, dafür ausgiebigere (physische) Treffen und vermehrte Videokonferenzen womöglich effizienter? Braucht es wirklich die tägliche Präsenz im Büro oder wären gezielte Homeoffice-Tage produktiver? Damit mehrere kreative Köpfe auch vielfältigere Ideen entwickeln können – wie wäre es denn mit einem Umfeld, das dies nicht nur zulässt, sondern fördert? Das ist ja "eigentlich" auch alles ganz logisch, oder?

Viele kleine Dinge ergeben auch eine beachtliche Menge

Wo liegt mein ganz persönliches  Optimierungspotenzial? Wo könnte ich einen Beitrag zum achtsameren Umgang mit der Natur und meinen Mitmenschen leisten und sei er noch so klein? Eines ist klar: Die Welt ist heute nicht mehr dieselbe, wie sie vor dem Einfluss dieser "Sache" gewesen war. Neues Denken ist gefragt, auf allen Ebenen. Wir dürfen kreativ sein! ...wenn wir nicht jetzt damit beginnen, wann dann?

19. April 2020
Foto: Barbara Ganz